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Umsatzsteuer bei pathway: Warum wir standardmäßig die Soll-Versteuerung verwenden

Hintergrund, Funktionsweise und warum die Soll-Versteuerung im E-Commerce der empfohlene Standard ist

📖 Darum geht’s

In der E-Commerce-Buchhaltung ist die Soll-Versteuerung (Versteuerung nach vereinbarten Entgelten) der bewährte Standard für eine automatisierte und rechtssichere Abwicklung.

Dennoch stellt sich in Einzelfällen die Frage, ob der Einsatz der Ist-Versteuerung (Versteuerung nach vereinnahmten Entgelten) sinnvoll sein könnte.

Dieser Artikel erläutert die technischen und rechtlichen Hintergründe und warum wir die Soll-Versteuerung als Grundlage unserer Exporte fest definiert haben.


👥 Wer ist mein Ansprechpartner?

🧾 Für Unternehmen (Merchants)

Die Entscheidung über deine Besteuerungsart ist eine rein steuerrechtliche Frage. 

👉🏼 Eine Rücksprache dazu mit deiner Steuerkanzlei ist zwingend erforderlich.


🧑‍💼 Für Steuerkanzleien

Wir unterstützen dich gerne bei:

  • der technischen Umsetzung in pathway
  • der DATEV-Logik
  • und der korrekten Datenübernahme

⚙️ Der Standard in pathway: SOLL-Versteuerung

pathway bildet alle Buchungen nach dem Soll-Prinzip (vereinbarte Entgelte) ab.

Das bedeutet:


📊 1. Erlösstapel

  • Buchung erfolgt zum Leistungsdatum (Bestelldatum)
  • gegen ein Debitoren-Sammelkonto
  • inklusive aller Steuerschlüssel (z. B. OSS)

➡️ Die Umsatzsteuer wird hier bereits final festgelegt


💳 2. Zahlungsstapel

  • dient ausschließlich dem Ausgleich offener Posten (OPOS)
  • enthält keine erneute Steuerlogik

➡️ Zahlung = Ausgleich der Forderung, nicht steuerrelevant


⚠️ Ist-Versteuerung im E-Commerce – sinnvoll oder nicht?

Die Ist-Versteuerung ist primär für Branchen konzipiert, in denen Zahlungen lange nach der Leistung erfolgen (z. B. Handwerker bei öffentlichen Ausschreibungen), um die Umsatzsteuer nicht über Monate vorfinanzieren zu müssen. Im E-Commerce erfolgt der überwiegende Teil der Zahlungen sofort im Zuge der Bestellung.

Damit bietet die IST-Versteuerung keine nennenswerten Vorteile. Vielmehr entstehen vermeidbare Risiken.


⏱️ Wofür Ist-Versteuerung ursprünglich gedacht ist

Die Ist-Versteuerung eignet sich für Branchen, in denen:

  • Leistungen erbracht werden
  • Zahlungen aber erst Wochen oder Monate später erfolgen

👉🏼 Beispiel: Bau, Handwerk, öffentliche Aufträge


🛒 Realität im E-Commerce

Im Onlinehandel:

✔ Zahlung erfolgt meist sofort
✔ Bestellung und Zahlung liegen zeitlich nah beieinander

➡️ Vorteil der Ist-Versteuerung entfällt


⚖️ Rechtliches Risiko: OSS und Ist-Versteuerung

Ein zentraler Punkt:

👉🏼 OSS-Umsätze dürfen gesetzlich nicht nach Ist-Versteuerung behandelt werden

Gesetzliche Grundlage:


❗ Was bedeutet das konkret?

Für EU-Fernverkäufe (OSS):

➡️ Steuer entsteht immer nach Soll-Prinzip

Wenn du global auf Ist-Versteuerung eingestellt bist:

❌ können falsche Steuerdaten entstehen
❌ Risiko für falsche OSS-Meldungen


⚙️ Technische Risiken bei Ist-Versteuerung

Wird die Ist-Versteuerung dennoch erzwungen, entstehen möglicherweise auch technische Konflikte in der Buchhaltungssoftware:


    📉 1. USt-Zahllast-Differenzen

      Buchungsprogramme wie DATEV nutzen bei Ist-Versteuerern Automatismen, die beim Zahlungseingang im Hintergrund Steuerschlüssel setzen.

      Da pathway Zahlungen als reinen OP-Ausgleich (ohne Steuerschlüssel) liefert und die Besteuerung bereits in den Erlösstapeln realisiert wird, führt dies gegebenenfalls zu Doppelungen oder Fehlberechnungen in der USt-Voranmeldung.


      🧾 2. Pflege von „nicht fälliger Umsatzsteuer“

      Bei der Ist-Versteuerung muss das Konto für nicht fällige Umsatzsteuer zwingend korrekt gepflegt sein und fortlaufend abgestimmt werden.

      Da pathway jedoch keine entgegenwirkenden Erlösschlüssel in den Zahlungsstapeln mitgibt, wird die automatische Umbuchung von "nicht fällig" auf "fällig" oft unterbrochen.


      💡 Fazit & Empfehlung

      Für E-Commerce gilt klar:

      👉🏼 Soll-Versteuerung ist der Standard

      Warum?

      ✔ rechtssicher (insbesondere bei OSS)
      ✔ technisch sauber umsetzbar
      ✔ keine Konflikte mit DATEV
      ✔ weniger manueller Aufwand

      ➡️ Aufgrund der sofortigen Zahlungsabwicklungen im Online-Handel und der strengen OSS-Vorgaben ist die Soll-Versteuerung nach unserer Erfahrung die einzig praktikable Methode für eine automatisierte Buchhaltung. Sie ist bewährt und erzeugt weniger Aufwand in der fortlaufenden Buchhaltung.

      Wir raten dringend davon ab, E-Commerce-Mandate technisch als Ist-Versteuerer zu führen. Die Abwicklung über die Soll-Versteuerung garantiert.


      🥳 Du hast es geschafft!

      Du weißt jetzt, warum pathway standardmäßig auf die Soll-Versteuerung setzt und warum sie im E-Commerce die sinnvollste und sicherste Methode ist.


      FAQ – Häufig gestellte Fragen

      Kann ich pathway auch mit Ist-Versteuerung nutzen?
      Technisch möglich, aber nicht empfohlen, da es zu rechtlichen und technischen Problemen kommen kann.

      Warum ist die Soll-Versteuerung im E-Commerce sinnvoller?p_astronaut_FAQ-png
      Weil Zahlungen meist direkt erfolgen und somit kein Vorteil durch Ist-Versteuerung entsteht.

      Was passiert bei OSS und Ist-Versteuerung?
      OSS-Umsätze müssen zwingend nach Soll-Versteuerung behandelt werden.

      Muss ich das mit meiner Steuerberatung abstimmen?
      Ja, unbedingt. Die Wahl der Besteuerungsart ist eine steuerliche Entscheidung.


      Support und KontaktmöglichkeitenAstronaut_SOS_on_fire

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